Das Asustor AS5404T in Kürze
Das Asustor Nimbustor 4 Gen2 AS5404T ist ein 4-Bay-NAS, das sich von vielen Konkurrenten durch eine Besonderheit abhebt: Neben vier klassischen Laufwerksschächten bietet es vier M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs. Damit lassen sich schnelle SSD-Volumes oder Cache-Laufwerke einrichten, ohne einen der Festplattenschächte zu opfern. Asustor richtet das Gerät an Kreative und anspruchsvolle Heimanwender; in der Amazon-Produktbeschreibung ist es als „Adobe-zertifiziert“ ausgewiesen.
Bei Amazon kostet das NAS ohne Festplatten derzeit preis ansehen. Die Käuferinnen und Käufer vergeben im Schnitt 4,5 von 5 Sternen bei 121 Bewertungen. Wir haben die Angaben der offiziellen Asustor-Produktseiten und der Amazon-Beschreibung zusammengetragen und ordnen sie ein. Ein eigener Betrieb des Geräts liegt dieser Bewertung nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Asustor AS5404T |
|---|
| Prozessor | Intel Celeron N5105, 4 Kerne, 2,0 GHz (Burst bis 2,9 GHz) |
| Arbeitsspeicher | 4 GB DDR4 SO-DIMM, max. 16 GB (2× 8 GB) |
| Laufwerksschächte | 4× 3,5”/2,5” SATA |
| M.2-Steckplätze | 4× M.2 2280 NVMe, PCIe 3.0 x1 |
| Netzwerk | 2× 2,5 GbE (2,5G/1G/100M) |
| USB | 3× USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) |
| Videoausgang | 1× HDMI 2.0b |
| Lüfter | 1× 120 mm |
| RAID | Single, JBOD, RAID 0, 1, 5, 6, 10 |
| Max. interne Kapazität | 72 TB (4× 18 TB, laut Datenblatt) |
| Leistungsaufnahme | 38,3 W Betrieb, 17,7 W Festplattenschlaf, 0,81 W Ruhemodus |
| Geräusch | 19,7 dB (Festplatten im Leerlauf) |
| Maße / Gewicht | 170 × 174 × 230 mm / 2,26 kg |
| Garantie | 3 Jahre |
Prozessor und Arbeitsspeicher
Im AS5404T arbeitet ein Intel Celeron N5105 mit vier Kernen, 2,0 GHz Grundtakt und bis zu 2,9 GHz im Burst. Das ist ein sparsamer x86-Prozessor, der für Dateifreigaben, Fotoverwaltung, Backups, ein paar Docker-Container und Medienstreaming gut geeignet ist. Asustor hebt auf der Produktseite die Hardware-Dekodierung von 10-Bit-4K-Material hervor, darunter HEVC und VP9 10-Bit Profile 2. Das entlastet den Prozessor beim Abspielen von Videos.
Der Schwachpunkt sind die 4 GB Arbeitsspeicher ab Werk. Für ein Familien-NAS mit Dateifreigaben und Fotos genügt das. Wer aber mehrere Container, eine virtuelle Maschine oder eine große Plex-Bibliothek betreiben möchte, stößt schnell an Grenzen. Erfreulich: Es gibt zwei SO-DIMM-Steckplätze, einer ist frei. Laut Hersteller lassen sich maximal 16 GB (2× 8 GB) einsetzen, auch gemischte Kapazitäten werden unterstützt.
Speicher: vier Schächte plus vier M.2-Steckplätze
Die vier Laufwerksschächte nehmen 3,5- und 2,5-Zoll-SATA-Laufwerke auf. Asustor unterstützt die RAID-Stufen Single, JBOD, RAID 0, 1, 5, 6 und 10. Für die meisten Haushalte ist RAID 5 mit vier Festplatten der übliche Kompromiss: Eine Platte darf ausfallen, und drei Viertel der Rohkapazität bleiben nutzbar.
Spannend sind die vier M.2-2280-Steckplätze für NVMe-SSDs. Asustor schreibt auf der Produktseite, sie sollen Volumes beschleunigen oder bei kreativer Arbeit helfen. Wer zum Beispiel Lightroom-Kataloge oder Videoprojekte direkt vom NAS bearbeitet, kann ein eigenes SSD-Volume anlegen und die Festplatten für das Archiv nutzen.
Ein Detail im Datenblatt verdient Aufmerksamkeit: Jeder M.2-Steckplatz ist laut Asustor mit PCIe 3.0 x1 angebunden. Eine einzelne Lane begrenzt die Geschwindigkeit pro SSD auf grob 1 GB/s. Das ist immer noch deutlich mehr, als die beiden 2,5-GbE-Anschlüsse ins Netzwerk bringen, aber weniger, als moderne NVMe-SSDs eigentlich leisten. Für den Heim- und Büroeinsatz übers Netzwerk ist das kein Nachteil; teure High-End-SSDs lohnen sich hier jedoch nicht.
Netzwerk und Anschlüsse
Das AS5404T hat zwei 2,5-GbE-Ports. Asustor gibt mit SMB Multichannel und RAID 5 sequenzielle Werte von 576 MB/s lesend und 566 MB/s schreibend an. Das sind Laborwerte des Herstellers; der Hersteller weist selbst darauf hin, dass sie je nach Umgebung abweichen können. Um sie zu erreichen, braucht der Computer ebenfalls schnelle Netzwerkanschlüsse und einen passenden Switch.
Im deutschen Heimnetz hängt das NAS meist an einer FRITZ!Box. Viele Modelle haben nur Gigabit-LAN-Ports, einige neuere einen 2,5-GbE-Port. An einem Gigabit-Port arbeitet das AS5404T problemlos, die Übertragung liegt dann aber bei etwa 110 MB/s. Wer mehr will, braucht einen 2,5-GbE-Switch und einen entsprechend ausgestatteten Rechner.
Ein PCIe-Steckplatz für eine 10-GbE-Karte fehlt. Das unterscheidet das Gerät von teureren Modellen wie dem UGREEN NASync DXP4800 Plus, das laut Amazon-Beschreibung bereits einen 10-GbE-Port mitbringt.
Dazu kommen drei USB-3.2-Gen-2-Ports mit 10 Gbit/s, etwa für externe Backup-Festplatten, und ein HDMI-2.0b-Ausgang. Über HDMI kann das NAS laut Asustor 4K-HDR-Inhalte direkt am Fernseher wiedergeben; dafür nennt der Hersteller Plex Pass oder einen Drittanbieter-Player als Voraussetzung.
Software: ADM, Snapshots und Apps
Asustor liefert sein Betriebssystem ADM mit. Die Produktseite nennt mehr als 200 Apps im App Central, darunter Portainer für Docker, Photo Gallery 3 und AiFoto 3 für Fotos, DataSync Center und Cloud Backup Center für Cloud-Synchronisation und Sicherungen.
Wichtig für den Schutz vor Ransomware: Das Snapshot Center unterstützt laut Asustor bis zu 256 Btrfs-Snapshots pro Volume, im Abstand von bis zu fünf Minuten. Ein Snapshot hält den Zustand eines Ordners zu einem bestimmten Zeitpunkt fest. Werden Dateien versehentlich gelöscht oder von Schadsoftware verschlüsselt, lässt sich der frühere Zustand zurückholen. Ein Snapshot ersetzt aber kein Backup auf einem zweiten Gerät, denn er liegt auf denselben Festplatten.
Für Videoüberwachung bietet das Surveillance Center vier kostenlose Kamerakanäle, erweiterbar auf 44 Kanäle mit gekauften Lizenzen.
Lautstärke und Stromkosten
Asustor gibt 19,7 dB mit Festplatten im Leerlauf an. Das ist ein niedriger Wert; in der Praxis bestimmen aber vor allem die eingebauten Festplatten das Geräusch. NAS-Festplatten mit 7.200 U/min sind hörbar lauter als Modelle mit 5.400 U/min.
Beim Stromverbrauch nennt der Hersteller 38,3 W im Betrieb und 17,7 W mit schlafenden Festplatten. Eine Beispielrechnung bei 35 Cent/kWh: 17,7 W rund um die Uhr ergeben etwa 155 kWh oder rund 54 € im Jahr. Läuft das NAS ständig unter Last, sind es bis zu 335 kWh, also etwa 117 € im Jahr. Ein realistischer Haushalt liegt irgendwo dazwischen. Wer Strom sparen will, nutzt den Festplattenschlaf und zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten; Wake on LAN unterstützt das Gerät laut Asustor ebenfalls.
Für wen eignet sich das AS5404T?
Gut geeignet für:
- Fotografinnen, Fotografen und Videoschaffende, die ein schnelles SSD-Volume neben dem Festplattenarchiv wollen.
- Haushalte mit vielen Geräten, die ein ruhiges 4-Bay-NAS mit RAID 5 suchen.
- Alle, die externe Festplatten schnell per USB 10 Gbit/s sichern möchten.
Weniger geeignet für:
- Wer viele virtuelle Maschinen plant und nicht nachrüsten möchte: 4 GB RAM sind knapp.
- Wer heute schon ein 10-GbE-Netz hat; dafür fehlen Port und Steckplatz.
- Wer nur zwei Festplatten spiegeln will; dann reicht ein günstigeres 2-Bay-Gerät.
Alternativen
Wer vor allem Fotos und Filme der Familie speichert und weniger ausgeben möchte, sollte sich das TerraMaster F4-425 ansehen: ebenfalls vier Schächte und ein Intel-Prozessor, aber nur ein 2,5-GbE-Port und keine M.2-Steckplätze. Reichen zwei Festplatten, bietet das UGREEN NASync DXP2800 mit Intel N100, 8 GB DDR5 und zwei M.2-Steckplätzen viel Leistung auf kleinem Raum.
Alle zehn Modelle im direkten Vergleich finden Sie in unserem NAS-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Das Asustor Nimbustor 4 Gen2 AS5404T bietet eine ungewöhnliche Speicherausstattung: vier Festplattenschächte und vier M.2-Steckplätze in einem kompakten Gehäuse, dazu zwei 2,5-GbE-Ports, schnelles USB und HDMI. Die Herstellerangaben zu Lautstärke und Stromverbrauch sind ordentlich, die drei Jahre Garantie ein Plus. Abstriche gibt es beim knappen Arbeitsspeicher, der schmalen PCIe-Anbindung der SSDs und dem fehlenden 10-GbE-Ausbau. Wer das NAS als Medien-, Foto- und Backupzentrale nutzt und bei Bedarf RAM nachrüstet, bekommt ein vielseitiges Gerät.
Quellen