Das TerraMaster F4-425 in Kürze
Das TerraMaster F4-425 ist ein 4-Bay-NAS für Familien und Heimanwender. TerraMaster stellt es als x86-Nachfolger seiner ARM-Einsteigermodelle vor: Statt eines schwachen ARM-Chips arbeitet hier ein Intel Celeron N5095 mit vier Kernen. Das Gerät ist auf Fotosicherung vom Handy, Medienstreaming und Datensicherung ausgelegt, nicht auf Virtualisierung im großen Stil.
Bei Amazon kostet das F4-425 ohne Festplatten derzeit preis ansehen. Käuferinnen und Käufer vergeben im Schnitt 4,0 von 5 Sternen bei 68 Bewertungen, ein solides, aber im Vergleich zu manchen Konkurrenten etwas verhalteneres Bild. Grundlage dieser Bewertung sind die offizielle TerraMaster-Produktseite mit Datenblatt und die Amazon-Produktbeschreibung. Ein eigener Betrieb des Geräts liegt ihr nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | TerraMaster F4-425 |
|---|
| Prozessor | Intel Celeron N5095, 4 Kerne, 2,0 GHz (Burst bis 2,9 GHz) |
| Hardware-Transcoding | H.264, H.265, MPEG-4, VC-1, bis 4K (4096 × 2160) mit 60 fps |
| Arbeitsspeicher | 4 GB DDR4 non-ECC SO-DIMM, 1 Steckplatz, max. 16 GB |
| Laufwerksschächte | 4× (3,5” SATA HDD, 2,5” SATA HDD/SSD) |
| M.2-Steckplätze | keine |
| Max. Rohkapazität | 120 TB (4× 30 TB) |
| Dateisystem intern | Btrfs, EXT4 |
| Netzwerk | 1× 2,5 GbE |
| USB | 2× 10 Gbit/s, 1× 5 Gbit/s |
| Videoausgang | 1× HDMI |
| Lüfter | 1× 120 mm |
| Geräusch | 21,0 dB(A) (2 Laufwerke im Standby, 1 m Abstand) |
| Netzteil | 90 W |
| Maße / Gewicht | 222 × 179 × 154 mm / 2,1 kg |
| Garantie | 2 Jahre |
Der Celeron N5095 taktet mit 2,0 GHz und erreicht im Burst bis 2,9 GHz. Für ein Heim-NAS ist das eine solide Basis. Besonders wichtig für Filmsammler ist die Hardware-Transcoding-Einheit: Laut Datenblatt verarbeitet sie H.264, H.265, MPEG-4 und VC-1 bis zur Auflösung 4096 × 2160 bei 60 Bildern pro Sekunde. TerraMaster nennt ausdrücklich Plex, Emby und Jellyfin sowie DLNA-Streaming auf Fernseher, Apple TV, Fire TV oder Chromecast.
Transcoding bedeutet: Kann ein Abspielgerät ein Videoformat nicht direkt wiedergeben, wandelt das NAS es in Echtzeit um. Ohne Hardware-Unterstützung würde der Prozessor dabei schnell an seine Grenzen kommen.
Ab Werk sind 4 GB DDR4 eingebaut. TerraMaster betont, das sei doppelt so viel wie bei vielen Einstiegsgeräten. Allerdings gibt es nur einen SO-DIMM-Steckplatz. Wer aufrüsten will, tauscht das Modul aus; maximal sind laut Hersteller 16 GB möglich. Für Dateifreigaben, Fotos und Plex reichen 4 GB. Wer Docker-Container oder eine virtuelle Maschine mit VirtualBox betreiben will, sollte das Aufrüsten einplanen.
Speicher: vier Schächte und TRAID
Die vier Schächte nehmen 3,5- und 2,5-Zoll-SATA-Laufwerke auf. Die werkzeuglosen Push-Lock-Einschübe sollen laut TerraMaster den Einbau einer Festplatte in unter zehn Sekunden ermöglichen. Die maximale Rohkapazität gibt der Hersteller mit 120 TB an.
Neben klassischen RAID-Typen bietet TerraMaster seine eigene TRAID- bzw. TRAID+-Technik an. Sie erlaubt laut Hersteller Festplatten unterschiedlicher Größe im selben Verbund, die Erweiterung im laufenden Betrieb und bis zu 30 % mehr nutzbaren Platz als herkömmliches RAID bei voller Redundanz. Das ist praktisch, wenn man mit zwei Festplatten startet und später größere nachkauft.
Ein Punkt ist auf der Produktseite unklar: Im Abschnitt zu den Speicheroptionen nennt TerraMaster als Standard-RAID-Typen nur Single, RAID 0 und RAID 1. Derselbe Seitenbereich erwähnt beim Einschubdesign das Schwestermodell F2-425, der Text scheint also teilweise übernommen zu sein. Ob klassisches RAID 5 oder RAID 10 zur Wahl stehen, sollten Sie vor dem Kauf im Datenblatt oder beim Hersteller klären. Für die meisten Haushalte ist TRAID mit einer Platte Redundanz ohnehin die naheliegende Wahl.
Ein praktischer Vorteil für Umsteiger: Laut TerraMaster erlaubt die Funktion Direct Mount in TOS 6, bereits beschriebene Festplatten einzusetzen und ihre Inhalte über das Netzwerk zu lesen, ohne sie vorher zu formatieren. So lassen sich alte Datenplatten bequem auf das neue Volume übertragen.
M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs gibt es nicht. Wer einen SSD-Cache möchte, findet ihn erst beim teureren F4-425 Pro.
Netzwerk und Anschlüsse
Das F4-425 hat einen 2,5-GbE-Port. TerraMaster nennt bis zu 280 MB/s Übertragungsrate, was ungefähr dem Maximum dieses Anschlusses entspricht. An einem Gigabit-Port einer FRITZ!Box arbeitet das NAS ebenfalls, dann mit rund 110 MB/s. Einen zweiten Netzwerkport für Link Aggregation oder ein getrenntes Netz gibt es nicht.
Für externe Backups stehen zwei USB-Ports mit 10 Gbit/s und einer mit 5 Gbit/s bereit. Ein HDMI-Ausgang ist laut Datenblatt vorhanden.
Software: TOS, Fotos und Backups
Das F4-425 läuft mit TerraMasters Betriebssystem TOS. Die Produktseite beschreibt TOS 6 mit mehr als 40 neuen Funktionen und bewirbt zugleich das neue TOS 7. Welche Version beim Kauf vorinstalliert ist, hängt vom Auslieferungsstand ab.
Zu den Funktionen gehören laut Hersteller:
- TNAS Mobile: Einrichtung ohne PC, automatische Foto- und Videosicherung vom Smartphone.
- KI-Fotoalbum: sortiert Bilder nach Gesichtern, Haustieren, Objekten und Szenen, lokal auf dem Gerät.
- Docker mit Docker Compose und Portainer sowie VirtualBox für virtuelle Maschinen.
- Surveillance Manager für ONVIF-kompatible IP-Kameras.
- Cloud-Anbindung: Laut Amazon-Beschreibung synchronisiert CloudSync mit Google Drive, OneDrive und Dropbox; TerraSync gleicht Ordner zwischen NAS und PC oder Mac ab.
Da TOS Btrfs unterstützt, sind Snapshots als Schutz vor versehentlichem Löschen möglich. Ein externes Backup auf einem zweiten Medium ersetzt das nicht.
Lautstärke und Stromverbrauch
TerraMaster gibt 21,0 dB(A) an, gemessen mit zwei Laufwerken im Standby in einem Meter Abstand bei 17,3 dB(A) Umgebungsgeräusch. Die Amazon-Beschreibung nennt 22 dB(A). Beides ist leise, sagt aber wenig über den Betrieb mit vier drehenden Festplatten aus. Wer das NAS im Schlafzimmer aufstellen will, sollte leise NAS-Festplatten mit 5.400 U/min wählen.
Eine Angabe zur Leistungsaufnahme im Betrieb fehlt auf der Produktseite. Genannt wird nur das 90-W-Netzteil, das ist die Obergrenze, nicht der typische Verbrauch. Für eine Stromkostenrechnung fehlen damit belastbare Herstellerwerte.
Für wen eignet sich das F4-425?
Gut geeignet für:
- Familien, die Handyfotos, Filme und Backups zentral sammeln und mit vier Schächten Platz für später haben wollen.
- Plex-, Emby- oder Jellyfin-Nutzer, die Hardware-Transcoding brauchen.
- Einsteiger, die das NAS komplett per App einrichten möchten.
Weniger geeignet für:
- Wer SSD-Cache oder ein schnelles SSD-Volume möchte.
- Wer zwei Netzwerkports oder 10 GbE braucht.
- Wer längere Herstellergarantie erwartet; TerraMaster gibt zwei Jahre.
Alternativen
Mit vier M.2-Steckplätzen und zwei 2,5-GbE-Ports ist das Asustor Nimbustor 4 Gen2 AS5404T die vielseitigere, aber teurere Wahl. Wer nur zwei Festplatten spiegeln möchte und eine kompakte Lösung sucht, findet im UGREEN NASync DXP2800 ein 2-Bay-NAS mit Intel N100, 8 GB DDR5 und zwei M.2-Steckplätzen.
Alle zehn Modelle im direkten Vergleich zeigt unser NAS-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Das TerraMaster F4-425 bringt vier Schächte, einen Intel-Prozessor mit 4K-Hardware-Transcoding und eine einsteigerfreundliche App-Einrichtung in eine Preisklasse, in der sonst oft nur 2-Bay-Geräte stehen. Die Abstriche liegen bei der Ausstattung: ein Netzwerkport, keine M.2-Steckplätze, ein einziger RAM-Steckplatz und zwei Jahre Garantie. Wer ein bezahlbares Familien-NAS mit Platz zum Wachsen sucht, findet hier ein stimmiges Angebot.
Quellen