Das Synology DS225+ Bundle in Kürze
Das Synology DS225+ ist das Nachfolgemodell des DS224+ in der „Plus“-Serie mit zwei Laufwerksschächten. Das bei Amazon angebotene Paket enthält laut Produktbeschreibung zwei WD Red Plus mit je 4 TB, also 8 TB Rohkapazität. Es ist damit das einzige NAS in unserem Vergleich, das nicht leer geliefert wird. Aktuell kostet das Bundle preis ansehen.
Wer zum ersten Mal ein NAS kauft, spart sich damit die Suche nach passenden Festplatten. Das ist der eigentliche Kern dieses Angebots: Synology liefert mit dem DiskStation Manager (DSM) eines der ausgereiftesten NAS-Betriebssysteme, und WD Red Plus sind CMR-Festplatten, die ausdrücklich für NAS-Systeme gebaut werden. Die Amazon-Käufer vergeben im Schnitt 4,4 von 5 Sternen, allerdings bei nur 26 Bewertungen.
Diese Bewertung stützt sich auf die offizielle Produktseite von Synology, das Datenblatt von Western Digital, die DSM-7.3-Pressemitteilung und die Produktbeschreibung bei Amazon. Ein eigener Betrieb des Geräts liegt ihr nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | Synology DS225+ |
|---|
| Prozessor | Intel Celeron J4125, 4 Kerne / 4 Threads, 2,0 GHz (Turbo 2,7 GHz) |
| Arbeitsspeicher | 2 GB DDR4 non-ECC, 1 Steckplatz, maximal 6 GB (2 GB + 4 GB) |
| Laufwerksschächte | 2 × 3,5″ SATA-HDD oder 2,5″ SATA-SSD, hot-swap-fähig |
| Rohkapazität maximal | bis zu 48 TB (mit 24-TB-Platten) |
| Mitgelieferte Platten (Bundle) | 2 × WD Red Plus 4 TB (laut Amazon) |
| M.2-Steckplätze | keine |
| Netzwerk | 1 × 2,5GbE RJ-45, 1 × 1GbE RJ-45 |
| USB | 2 × USB 3.2 Gen 1, Taste „USB Kopie“ |
| RAID | Synology Hybrid RAID, Basic, JBOD, RAID 0, RAID 1 |
| Dateisystem intern | Btrfs, ext4 |
| Leistung (Hersteller) | bis zu 282/217 MB/s sequenziell lesen/schreiben |
| Leistungsaufnahme | 16,98 W Zugriff, 6,08 W bei Festplatten-Ruhezustand |
| Geräuschpegel | 19,6 dB(A) im Leerlauf |
| Abmessungen / Gewicht | 165 × 108 × 232,2 mm / 1,3 kg |
| Garantie | 3 Jahre, in Europa mit „Garantieerweiterung Plus“ auf 5 Jahre |
Prozessor und Arbeitsspeicher: solide, aber nicht modern
Im DS225+ arbeitet ein Intel Celeron J4125, ein Vierkerner mit 2,0 GHz Basistakt und 2,7 GHz Turbo. Für die klassischen NAS-Aufgaben – Dateifreigaben über SMB, Fotosicherung vom Smartphone, Time-Machine-Backups vom Mac, Hyper Backup auf eine externe Platte – reicht diese Leistung gut aus. Für mehrere Docker-Container oder virtuelle Maschinen gleichzeitig ist der Chip dagegen knapp bemessen; hier sind die UGREEN-Geräte mit Intel N100, Pentium Gold 8505 oder Core i3 deutlich besser ausgestattet.
Ab Werk stecken 2 GB DDR4 im Gerät. Synology nennt als Maximum 6 GB, also das vorhandene Modul plus ein 4-GB-Modul (D4NS01-4G laut Amazon-Beschreibung). Wichtig für Fotofans: Laut Spezifikation braucht die Objekterkennung in Synology Photos mindestens 4 GB RAM. Wer seine Bildersammlung nach „Strand“ oder „Hund“ durchsuchen will, sollte das Speichermodul also gleich mit einplanen. Für die Gesichtserkennung nennt Synology keine solche Mindestangabe.
Festplatten im Bundle: WD Red Plus 4 TB
Western Digital beschreibt die WD Red Plus als NAS-Festplatte für Systeme mit bis zu acht Schächten, ausgelegt auf Dauerbetrieb rund um die Uhr. Laut WD-Datenblatt arbeiten alle Kapazitäten mit CMR-Aufzeichnung (Conventional Magnetic Recording). Das ist bei NAS-Platten wichtig: SMR-Platten können beim Wiederaufbau eines RAID-Verbunds extrem langsam werden.
Für das aktuelle 4-TB-Modell der Serie (WD40EFPX) nennt das Datenblatt 5.400 U/min, 256 MB Cache, bis zu 180 MB/s interne Transferrate, eine Workload-Rate von 180 TB pro Jahr, 1 Million Stunden MTBF und 3 Jahre Garantie. Die Leistungsaufnahme gibt WD mit 4,7 W beim Lesen und Schreiben und 3,1 W im Leerlauf an, die Lautstärke mit 23 dBA im Leerlauf. Welche Modellnummer genau im Bundle steckt, nennt die Amazon-Beschreibung nicht; prüfen Sie das nach dem Auspacken auf dem Etikett.
Bei zwei Platten ist die sinnvolle Konfiguration RAID 1 oder Synology Hybrid RAID (SHR). Beide spiegeln die Daten, nutzbar bleiben rund 4 TB. Für eine Familie mit Handyfotos, Dokumenten und PC-Backups reicht das meist für einige Jahre. Wer mehr braucht, kann später beide Platten nacheinander gegen größere tauschen: Synology unterstützt laut Spezifikation die Volume-Erweiterung mit größeren Laufwerken bei SHR und RAID 1.
DSM 7.3 und Festplatten von Drittanbietern
Im Frühjahr 2025 hatte Synology angekündigt, die neuen Plus-Modelle nur noch mit eigenen oder zertifizierten Festplatten zu unterstützen. Das hat viel Kritik ausgelöst. Mit DSM 7.3, veröffentlicht am 8. Oktober 2025, ist Synology zurückgerudert: Laut Pressemitteilung unterstützen die DiskStation-Plus-, Value- und J-Serien des Modelljahrs 2025 die Installation und das Anlegen von Speicherpools mit Laufwerken von Drittanbietern. Für M.2-Speicherpools und -Cache bleibt die Kompatibilitätsliste Pflicht, was beim DS225+ ohne M.2-Steckplätze keine Rolle spielt.
Die Amazon-Beschreibung bestätigt: Das DS225+ ist „seit DSM 7.3 auch mit Laufwerken Dritthersteller kompatibel“. Auf der Produktseite schreibt Synology dennoch, volle Funktionalität, Zuverlässigkeit und Leistung garantiere man nur mit kompatiblen Laufwerken. Wer später aufrüstet, sollte also vorher die Kompatibilitätsliste ansehen.
DSM-Software: der eigentliche Grund für Synology
Synologys Stärke ist die Software. Laut Produktseite gehören unter anderem Synology Photos (Fotosicherung mit Gesichtserkennung), Synology Drive (eigene Cloud mit Synchronisation, beim DS225+ bis 10 Benutzer), Hyper Backup (Sicherung von Ordnern, Paketen und dem gesamten System), Snapshot Replication (bis zu 128 Snapshots pro freigegebenem Ordner) und die Surveillance Station mit zwei kostenlosen Kameralizenzen dazu. Snapshots auf dem Btrfs-Dateisystem sind ein wirksamer Schutz gegen Ransomware, weil sich ein verschlüsselter Ordner auf einen früheren Stand zurücksetzen lässt.
Für die Sicherung außer Haus bietet Synology den Cloud-Dienst C2 an, der laut Produktseite ein Abonnement erfordert. Alternativ lässt sich Hyper Backup auf eine USB-Festplatte oder ein zweites NAS bei Verwandten richten. Das entspricht der 3-2-1-Regel: drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus.
Netzwerk und Anschlüsse
Einer der beiden Netzwerkanschlüsse ist ein 2,5-GbE-Port, der zweite arbeitet mit 1 GbE. Synology gibt bis zu 282 MB/s lesend und 217 MB/s schreibend an. Diese Werte erreicht man nur, wenn auch Router oder Switch und der PC 2,5 Gbit/s beherrschen. An einer typischen FRITZ!Box mit Gigabit-Ports ist bei rund 110 bis 118 MB/s Schluss – für Fotos, Dokumente und Filmstreaming im Heimnetz ist das völlig ausreichend.
Dazu kommen zwei USB-3.2-Gen-1-Ports und eine Kopiertaste, mit der sich der Inhalt eines USB-Sticks oder einer Kamerakarte per Knopfdruck auf das NAS übertragen lässt. Einen HDMI-Ausgang oder M.2-Steckplätze für SSD-Cache gibt es nicht. Wer Filme direkt am Fernseher abspielen will, nutzt die Apps auf Smart-TV oder Streaming-Stick.
Stromverbrauch und Lautstärke
Synology gibt 16,98 W im Zugriff und 6,08 W im Festplatten-Ruhezustand an. Ein Rechenbeispiel: Läuft das NAS das ganze Jahr im Zugriffsmodus, wären das knapp 149 kWh, bei angenommenen 35 Cent pro kWh also rund 52 € im Jahr. Weil die Platten in der Praxis einen Großteil der Zeit ruhen dürfen, liegt der reale Wert darunter. Im Vergleich mit den 4-Bay-Geräten (UGREEN nennt für das DXP4800 Plus 42,36 W im Zugriff) ist das DS225+ sparsam.
Mit 19,6 dB(A) im Leerlauf gehört das DS225+ laut Herstellerangaben zu den leisesten Geräten seiner Klasse. Im Wohnzimmerregal oder im Arbeitszimmer stört es kaum; unter Last sind die Zugriffsgeräusche der Festplatten hörbar.
Für wen eignet sich das DS225+ Bundle?
Gut geeignet für:
- Familien, die Handyfotos, Dokumente und PC-Backups zentral und gespiegelt sichern wollen.
- NAS-Einsteiger, die keine Festplatten heraussuchen möchten.
- Alle, die Wert auf ausgereifte Software und lange Update-Versorgung legen.
Weniger geeignet für:
- Heimlabor-Nutzer mit vielen Docker-Containern oder virtuellen Maschinen.
- Wer mehr als rund 4 TB gespiegelten Speicher braucht und keine Platten tauschen will.
- Wer 10-GbE-Netzwerk oder SSD-Cache nutzen möchte.
Alternativen
Wer selbst Festplatten kauft und mehr Hardware fürs Geld möchte, sollte sich das UGREEN NASync DXP4800 Plus ansehen: vier Schächte, Pentium Gold 8505, 8 GB DDR5 und ein 10-GbE-Port. Ebenfalls mit vier Schächten und einem PCIe-Steckplatz zum Nachrüsten ist das QNAP TS-464-8G eine Option, wenn Sie schon 8 GB RAM ab Werk wollen.
Alle zehn Geräte im direkten Vergleich finden Sie in unserem NAS-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Das Synology DS225+ Bundle ist kein Leistungswunder, aber ein durchdachtes Gesamtpaket. Zwei CMR-Festplatten, ein sehr leises und sparsames Gehäuse und DSM mit Photos, Drive, Hyper Backup und Snapshots machen den Einstieg leicht. Seit DSM 7.3 ist auch die Sorge um Festplatten anderer Hersteller weitgehend vom Tisch. Die Schwächen liegen in der Hardware: nur 2 GB RAM ab Werk, ein älterer Celeron-Prozessor und keine M.2-Steckplätze. Wer ein NAS vor allem als sicheren, zentralen Speicher für die Familie sucht, trifft hier eine gute Wahl.
Quellen