Das UGREEN NASync DXP4800 Plus in Kürze
Das UGREEN NASync DXP4800 Plus ist bei Amazon gut dokumentiert: 609 Käuferbewertungen mit einem Schnitt von 4,6 von 5 Sternen – unter den 4-Bay-Geräten unseres Vergleichs die meisten. UGREEN, bekannt für Ladegeräte und Kabel, hat seine NAS-Serie über Kickstarter gestartet und dort laut eigener Angabe über 13.000 Unterstützer und 6,6 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das DXP4800 Plus kostet ohne Festplatten derzeit preis ansehen.
Für diesen Preis bekommt man einen Intel Pentium Gold 8505, 8 GB DDR5, eine 128-GB-System-SSD, zwei M.2-Steckplätze und – ungewöhnlich in dieser Preisklasse – einen 10-GbE-Port zusätzlich zum 2,5-GbE-Anschluss. Diese Bewertung stützt sich auf die deutsche und die internationale Produktseite von UGREEN mit Datenblatt und FAQ sowie die Produktbeschreibung bei Amazon. Ein eigener Betrieb des Geräts liegt ihr nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | UGREEN NASync DXP4800 Plus |
|---|
| Prozessor | Intel Pentium Gold 8505 (12. Generation), 5 Kerne / 6 Threads |
| Arbeitsspeicher | 8 GB DDR5, erweiterbar auf 64 GB, ODECC |
| System-SSD | 128 GB, eingebaut |
| Laufwerksschächte | 4 × SATA (3,5″/2,5″), je bis 32 TB |
| M.2 | 2 × NVMe, je bis 8 TB |
| Maximalkapazität | 144 TB (4 × 32 TB + 2 × 8 TB) |
| RAID | JBOD, Basic, 0, 1, 5, 6, 10 |
| Netzwerk | 1 × 10GbE, 1 × 2,5GbE |
| USB vorn | 1 × USB-C, 1 × USB-A (je 10 Gbit/s) |
| USB hinten | 1 × USB-A (5 Gbit/s), 2 × USB-A 2.0 |
| Weitere Anschlüsse | SD-3.0-Kartenleser, HDMI 4K (60 Hz) |
| PCIe-Erweiterung / WLAN | nein |
| Leistungsaufnahme | 42,36 W Zugriff, 18,12 W Ruhezustand (UGREEN-Labor, Seagate 2 TB) |
| Geräusch | 29–34 dB im Ruhemodus (Herstellerangabe) |
| Abmessungen | 10,1″ × 7,0″ × 7,0″ (ca. 257 × 178 × 178 mm) |
| Garantie | 2 Jahre |
Pentium Gold 8505 – nicht N100
In der Amazon-Beschreibung gibt es einen Widerspruch: Der Titel nennt den Pentium Gold 8505, ein Aufzählungspunkt spricht vom „Intel N100 Prozessor der 12. Generation“. UGREEN selbst ist eindeutig: Datenblatt, deutsche Produktseite und FAQ nennen den Intel Pentium Gold 8505 mit fünf Kernen und sechs Threads. Den N100 verbaut UGREEN im 2-Bay-Modell DXP2800.
Der Unterschied ist relevant. Der Pentium Gold 8505 gehört laut UGREEN zur 12. Intel-Generation und hat mit fünf Kernen und sechs Threads mehr Rechenkerne als der Vierkerner N100 und die Celeron-Vierkerner von Synology DS225+ (J4125) und QNAP TS-464 (N5095/N5105). Für Docker-Container wie Home Assistant oder Paperless-ngx, eine kleine virtuelle Maschine, die KI-Fotoerkennung und einen Medienserver gleichzeitig reicht die Leistung gut. Laut UGREEN unterstützt der Chip Intel Quick Sync Video, was bei Plex oder Jellyfin die Hardware-Transkodierung ermöglicht.
Arbeitsspeicher und Speicherplatz
Die mitgelieferten 8 GB DDR5 lassen sich laut UGREEN auf bis zu 64 GB erweitern. Mehr Speicher hilft bei mehreren Containern, virtuellen Maschinen, großen Fotobibliotheken und vielen gleichzeitigen Nutzern. UGREEN empfiehlt, vor dem Kauf eines Moduls die Kompatibilitätsliste zu prüfen.
Die vier SATA-Schächte nehmen je bis zu 32 TB auf, die zwei M.2-Steckplätze je bis zu 8 TB. Daraus ergeben sich die 144 TB Maximalkapazität, die UGREEN angibt; die Amazon-Beschreibung nennt noch 136 TB. Das Betriebssystem liegt auf einer eigenen 128-GB-SSD, sodass alle Schächte für Daten frei bleiben. Die M.2-Steckplätze lassen sich als SSD-Cache oder als eigener schneller Speicherpool nutzen.
Ein großer Vorteil gegenüber Synology: UGREEN schränkt die Festplattenwahl nicht ein. Laut FAQ empfiehlt der Hersteller NAS-taugliche CMR-Festplatten wie WD Red Plus, Seagate IronWolf oder Toshiba N300. Mit vier Platten ist RAID 5 der übliche Kompromiss: Eine Platte darf ausfallen, drei Viertel der Rohkapazität bleiben nutzbar. Mit vier 4-TB-Platten wären das rund 12 TB.
Netzwerk: 10GbE ab Werk
Der 10-GbE-Port ist das Ausstattungsmerkmal, das das DXP4800 Plus von QNAP TS-464 und Synology DS225+ abhebt. UGREEN nennt bis zu 1.250 MB/s und macht in der FAQ selbst klar, was dafür nötig ist: ein PC mit 10-GbE-Anschluss, ein 10-GbE-Switch oder eine Direktverbindung, Cat6a-Kabel für 10GBASE-T und ein Festplattenverbund, der schnell genug ist. Eine einzelne Festplatte liefert diese Geschwindigkeit nicht.
Im Haushalt mit FRITZ!Box und Gigabit-Ports kommt man auf rund 110 MB/s, über den 2,5-GbE-Port mit passendem Switch auf rund das Doppelte. Für Handyfotos, Dokumente und Filmstreaming genügt Gigabit völlig. Der 10-GbE-Port ist eine Reserve für später, etwa wenn ein Schnitt-PC direkt angeschlossen werden soll.
Anschlüsse und Gehäuse
Vorn sitzen USB-C und USB-A mit je 10 Gbit/s sowie ein SD-3.0-Kartenleser. Fotografen können Speicherkarten so direkt aufs NAS kopieren. Hinten gibt es einen weiteren USB-A-Port mit 5 Gbit/s, zwei USB-2.0-Ports und einen HDMI-Ausgang, über den sich laut UGREEN Filme in 4K mit 60 Hz direkt am Fernseher abspielen lassen. Einen PCIe-Steckplatz bietet das Gerät nicht.
Zur Lautstärke nennt UGREEN 29 bis 34 dB im Ruhemodus. Das ist ein Herstellerwert ohne nähere Angabe zur Messmethode und liegt über den Werten, die Synology (19,6 dB(A)) und TerraMaster (20,9 dB(A)) für ihre Geräte angeben. Im Schlafzimmer sollte das NAS deshalb eher nicht stehen; im Arbeitszimmer oder Flur ist es unproblematisch.
Software: UGOS
UGOS ist das hauseigene Betriebssystem. Laut UGREEN gehören ein KI-Fotoalbum mit lokaler Erkennung von Gesichtern, Szenen, Objekten und Orten, eine semantische Suche („Hund am Strand“), ein Duplikat-Finder, Docker und virtuelle Maschinen dazu. Apps gibt es für Windows, macOS, Android, iOS, Webbrowser und Smart-TVs. Die Einrichtung ist laut Amazon-Beschreibung bewusst einfach gehalten, und es fallen keine Abogebühren an.
Gegenüber Synology DSM ist UGOS jünger, und das Angebot an fertigen Hersteller-Apps ist kleiner. Vieles lässt sich über Docker nachrüsten. Beim Schwestermodell DXP4800 Pro warnt UGREEN in der Amazon-Beschreibung ausdrücklich davor, das Betriebssystem selbst zu verändern oder neu zu installieren, weil sonst Treiber, etwa für die Netzwerkkarte, verloren gehen können.
Stromverbrauch
UGREEN gibt 42,36 W bei Laufwerkszugriff und 18,12 W im Ruhezustand an, gemessen mit einer 2-TB-Festplatte von Seagate. Mit vier großen Platten liegt der Zugriffswert in der Praxis höher. Ein Rechenbeispiel: Bei durchschnittlich 25 W kommen rund 219 kWh im Jahr zusammen, bei angenommenen 35 Cent pro kWh etwa 75 €. Ruhezeiten für die Festplatten und ein Zeitplan für nächtliches Abschalten senken die Kosten deutlich.
Für wen eignet sich das DXP4800 Plus?
Gut geeignet für:
- Familien mit großen Foto- und Videosammlungen, die vier Schächte und RAID 5 nutzen wollen.
- Fotografen und Kreative, die SD-Kartenleser und später 10GbE schätzen.
- Heimlabor-Einsteiger mit Docker, Home Assistant und einer kleinen VM.
Weniger geeignet für:
- Wer viele VMs parallel betreiben will – dafür ist das DXP4800 Pro mit Core i3 und bis zu 96 GB RAM stärker.
- Wer ein sehr leises Gerät für den Wohnraum sucht.
- Wer ausschließlich ausgereifte Hersteller-Apps ohne Docker nutzen möchte.
Alternativen
Wer mehr Rechenleistung braucht, findet im UGREEN NASync DXP4800 Pro dasselbe Gehäuse mit Core i3-1315U und bis zu 96 GB RAM. Wer keine Festplatten selbst aussuchen will und mit zwei Schächten auskommt, greift zum Synology DS225+ Bundle mit zwei WD Red Plus 4 TB.
Alle zehn Geräte im direkten Vergleich finden Sie in unserem NAS-Vergleich 2026.
Unser Fazit
Das UGREEN NASync DXP4800 Plus ist unsere Nummer 1 unter den NAS-Systemen 2026. Es kombiniert einen deutlich stärkeren Prozessor als die Celeron-Konkurrenz, DDR5-Speicher bis 64 GB, eine eigene System-SSD, 10GbE ab Werk, SD-Kartenleser und HDMI zu einem Preis, für den andere Hersteller ein 4-Bay-Gerät mit älterer Hardware anbieten. Die vielen guten Käuferbewertungen bestätigen das Bild. Abstriche gibt es bei Garantie, Lautstärke und der Reife der Software. Wer damit leben kann, bekommt das ausgewogenste NAS in unserem Vergleich.
Quellen