Das TerraMaster F4-425 Pro in Kürze
Das TerraMaster F4-425 Pro ist ein 4-Bay-NAS für Anwender, die mehr wollen als nur Dateien ablegen: Docker-Container, virtuelle Maschinen, einen Plex- oder Jellyfin-Server und schnelle Übertragungen großer Videodateien. Bei Amazon wird die Variante mit Intel N305 und 8 GB RAM ohne Festplatten angeboten, derzeit zum aktuellen Preis bei Amazon.
Auffällig sind drei Dinge: der Achtkern-Prozessor, die zwei 5-GbE-Ports und drei M.2-NVMe-Steckplätze. Dazu kommt das neue Betriebssystem TOS 7 mit dem eingebauten KI-Agenten OpenClaw, der Befehle in natürlicher Sprache entgegennimmt. Für das Modell liegen bei Amazon noch keine Käuferbewertungen vor.
Grundlage dieser Bewertung sind die offizielle Produktseite von TerraMaster mit Datenblatt und die Produktbeschreibung bei Amazon. Ein eigener Betrieb des Geräts liegt ihr nicht zugrunde.
Technische Daten laut Hersteller
| Merkmal | TerraMaster F4-425 Pro (N305) |
|---|
| Prozessor | Intel N305, x86 64 Bit, 8 Kerne, Turbo bis 3,8 GHz |
| Hardware-Transkodierung | H.264, H.265, MPEG-4, VC-1, bis 4K (4096 × 2160) mit 60 fps |
| Arbeitsspeicher | 8 GB non-ECC SODIMM (1 × 8 GB), 1 Steckplatz, maximal 32 GB |
| Laufwerksschächte | 4 × 3,5″/2,5″ SATA, bis 30 TB je Laufwerk, hot-swap-fähig |
| Rohkapazität maximal | 120 TB (4 × 30 TB) |
| M.2 | 3 × M.2 2280 NVMe, PCIe 3.0 x1 |
| Netzwerk | 2 × 5GbE RJ-45 |
| USB | 3 × USB 3.2 Typ A und 1 × USB 3.2 Typ C, je 10 Gbit/s |
| Video | 1 × HDMI |
| Dateisystem intern | Btrfs, EXT4 |
| Lüfter | 1 × 120 mm, vier Lüftermodi |
| Geräuschpegel | 20,9 dB(A) (4 Laufwerke im Standby, 1 m) |
| Netzteil | 90 W, 100–240 V |
| Abmessungen / Gewicht | 150 × 181 × 219 mm / 2,9 kg netto |
| Garantie | 2 Jahre |
Prozessor und Arbeitsspeicher
Der Intel N305 hat acht Kerne und taktet laut TerraMaster bis 3,8 GHz. Im Vergleich zum Intel N100 mit vier Kernen, der in vielen Einsteiger-NAS steckt, verdoppelt sich die Kernzahl. Das zahlt sich aus, wenn viele Dienste parallel laufen: Fotoindexierung, ein Medienserver, mehrere Container und Backups zur selben Zeit.
Die integrierte Grafik übernimmt laut Datenblatt die Hardware-Transkodierung von H.264, H.265, MPEG-4 und VC-1 bis 4K mit 60 Bildern pro Sekunde. Laut Amazon-Beschreibung unterstützt das Gerät Plex, Emby und Jellyfin nativ. Für einen Medienserver, der Filme für Handy oder Tablet unterwegs herunterrechnet, ist das eine gute Grundlage.
Beim Arbeitsspeicher setzt die N305-Variante auf 8 GB in einem einzigen SODIMM-Steckplatz. Das Maximum liegt bei 32 GB. Wer aufrüstet, muss das vorhandene Modul also ersetzen, nicht ergänzen. Für einige Container und eine kleine Windows-VM genügen 8 GB; für mehrere VMs gleichzeitig ist ein größeres Modul sinnvoll.
Netzwerk: zwei 5-GbE-Ports
Die beiden 5-GbE-Ports sind das stärkste Hardware-Argument. Laut Amazon-Beschreibung erreichen sie per Link-Aggregation bis zu 1.020 MB/s. Das ist ein Wert unter idealen Bedingungen mit mehreren gleichzeitigen Verbindungen und schnellem Speicher; ein einzelner PC kommt über einen Port auf höchstens rund 5 Gbit/s.
In einem typischen deutschen Heimnetz mit FRITZ!Box sind die meisten LAN-Ports Gigabit-Anschlüsse. Dann liegt die Grenze bei etwa 110 MB/s, egal wie schnell das NAS ist. Wer die Leistung ausschöpfen will, braucht einen Multi-Gigabit-Switch und einen PC mit 2,5-, 5- oder 10-GbE-Karte. Gegenüber dem UGREEN DXP4800 Pro mit einem 10-GbE-Port ist das F4-425 Pro pro Port langsamer, bietet aber zwei gleich schnelle Anschlüsse.
M.2-Steckplätze und USB
Drei M.2-2280-Steckplätze sind in dieser Klasse viel. Sie lassen sich laut Amazon-Beschreibung mit „Hyper Cache“ als Beschleuniger für das Festplatten-Array nutzen oder als eigener SSD-Speicher, etwa für Docker-Daten und virtuelle Maschinen. Die Einschränkung steht im Datenblatt: Jeder Steckplatz ist nur mit PCIe 3.0 x1 angebunden. Damit liegt die theoretische Grenze pro SSD bei knapp 1 GB/s. Für Cache und Container ist das ausreichend, die volle Geschwindigkeit moderner NVMe-SSDs wird aber nicht erreicht.
Bei USB zeigt sich TerraMaster großzügig: vier Anschlüsse mit 10 Gbit/s, davon einer als USB-C. Externe Sicherungsplatten für die 3-2-1-Strategie lassen sich so schnell anbinden. Ein HDMI-Ausgang ist ebenfalls vorhanden.
TOS 7, OpenClaw und TRAID
TerraMaster beschreibt TOS 7 als „KI-natives“ Betriebssystem. Der integrierte Agent OpenClaw soll laut Hersteller Aufgaben per natürlicher Sprache ausführen und über 500 RESTful-Schnittstellen ansprechen; KI-Aufgaben werden laut Amazon-Beschreibung standardmäßig lokal verarbeitet. Neu sind außerdem die Online-Bearbeitung von Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien und eine globale Suche über alle Ordner und Volumes. Wie gut der Sprachagent im Alltag funktioniert, lässt sich aus den Herstellerangaben nicht ableiten. Für ein NAS, das vor allem zuverlässig speichern soll, ist das ein Zusatz, kein Kaufgrund.
Wichtiger ist TRAID. Neben RAID 0, 1, 5, 6 und 10 bietet TerraMaster dieses eigene Verfahren an, das Festplatten unterschiedlicher Kapazität kombiniert. Laut Produktseite lässt sich das Array durch Einstecken einer neuen oder größeren Platte online erweitern, ohne Datenmigration. Für Heimanwender, die ihren Speicher Stück für Stück ausbauen, ist das praktisch.
Für die Datensicherung nennt die Amazon-Beschreibung die Business Backup Suite (BBS), TFSS-Snapshots mit Echtzeitschutz gegen Ransomware und HyperLock-WORM, mit dem sich Daten unveränderbar ablegen lassen. Docker Compose, Portainer und VirtualBox sind laut Beschreibung nativ unterstützt.
Lautstärke, Strom und Gehäuse
Für die Lautstärke nennt TerraMaster 20,9 dB(A) mit vier Laufwerken im Standby. Das ist ein Ruhewert; mit drehenden Festplatten unter Last wird es hörbar lauter, wie bei jedem 4-Bay-NAS. Gekühlt wird mit einem 120-mm-Lüfter in vier Stufen.
Einen Wert für die Leistungsaufnahme im Betrieb nennt die Produktseite nicht, nur das 90-W-Netzteil. Für eine Abschätzung der Stromkosten fehlt damit die Grundlage. Als grobe Orientierung: Jedes Watt Dauerverbrauch kostet bei angenommenen 35 Cent pro kWh rund 3 € im Jahr; vier drehende 3,5-Zoll-Festplatten tragen ihren Teil dazu bei.
Die Garantie beträgt laut TerraMaster 2 Jahre – weniger als bei Synology und QNAP mit jeweils 3 Jahren.
Für wen eignet sich das F4-425 Pro?
Gut geeignet für:
- Heimlabor-Nutzer mit vielen Docker-Containern, Home Assistant oder virtuellen Maschinen.
- Videoschnitt im Netzwerk, wenn ein Multi-Gigabit-Netz vorhanden oder geplant ist.
- Medienserver mit Plex oder Jellyfin und Hardware-Transkodierung.
Weniger geeignet für:
- Einsteiger, die nur Fotos und Dokumente sichern wollen – hier reicht ein günstigeres Gerät.
- Wer maximale SSD-Geschwindigkeit erwartet: Die M.2-Slots sind nur mit PCIe 3.0 x1 angebunden.
- Wer Wert auf eine lange Herstellergarantie legt.
Alternativen
Das UGREEN NASync DXP4800 Pro setzt auf einen Intel Core i3-1315U, bis zu 96 GB RAM und einen 10-GbE-Port – die stärkere Wahl für Videoteams. Wer mit 2,5 GbE auskommt und einen PCIe-Steckplatz für spätere Erweiterungen schätzt, findet im QNAP TS-464-8G eine Alternative mit drei Jahren Garantie.
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Unser Fazit
Das TerraMaster F4-425 Pro bringt viel Hardware in ein kompaktes Gehäuse: acht CPU-Kerne, zwei 5-GbE-Ports, drei M.2-Steckplätze und vier schnelle USB-Ports. TRAID und die Datensicherungsfunktionen von TOS 7 sind solide Argumente für alle, die ihr NAS wachsen lassen wollen. Abzüge gibt es für die schmale PCIe-Anbindung der M.2-Slots, den einzelnen Speichersteckplatz, die kürzere Garantie und das Fehlen einer Verbrauchsangabe. Ob der KI-Agent OpenClaw im Alltag hilft, bleibt offen. Wer ein leistungsstarkes Bastel- und Medien-NAS sucht, bekommt hier viel Gegenwert.
Quellen